SDG 13 - Maßnahmen zum Klimaschutz

Die Reise von Ernst und einem Teil seiner Familie im vergangenen Juli 2022 in den Regenwald nach Kalimantan (indonesischer Teil von Borneo) bewegte uns, uns an dem Regenwaldschutz-Projekt Long Sam zu beteiligen.

Das Projekt nennt sich wie das Gebiet LONG SAM und umfasst die Schutzgebiete Wehea mit 22.000 Hektar, Lesan mit 13.000 Hektar sowie das Wildlife-Rescue-Center mit 45 Hektar. Für ein weiteres Gebiet Meroq mit 53.000 Hektar laufen bereits erste Gespräche.

Eine Zusammenarbeit mit fansfornature e.V., der legalen indonesischen Dependance Hutan Masa Depan und der indonesischen NGO CAN Indonesia. Lest hier wie wir bereits seit über einem Jahr mit fansfornature e.V. zusammenarbeiten und welche Unterstützung wir in Zukunft für nachhaltige Lösungen in Kalimantan benötigen.


Seit April 2022:

 

Das Universum hat uns mit Orang-Utan-Schutzengel Helmut Huber aus Aldersbach/ Bayern verbunden, der sich seit 1995 mit seinem Verein Fans for Nature e.V. aktiv für den Schutz des tropischen Regenwaldes in Borneo und seiner Tierarten einsetzt.

Neben zahlreichen anderen Projekten unterstützt sein Verein die Organisation COP Centre for Orang Utan Protection mit einem Orang-Utan-Patenschaftsprogramm.


Die Patenschaft kommt den Orang Utans und allen anderen Tieren in den Schutzgebieten zugute und hilft im Kampf um den Erhalt ihrer Lebensräume.

Im Namen von chanceforchange e.V. haben unsere Kinder Popi als Orang-Utan-Patenkind ausgewählt.

Popi ist ein ca. 4 Jahre altes Weibchen und lebt derzeit in der Regenwaldschule in Merasa, einem Dorf in Kalimantan/ Indonesien. Sie ist sehr aktiv und lebensfroh.


Nach der dreijährigen Regenwaldschule ist Popis nächste Station die "Universitätsinsel" in der Nähe des Dorfes, wo sie ihre erlernten Fähigkeiten in einer geschützten Umgebung in die Praxis umsetzen kann.
Danach wird sie in einen geschützten Regenwald gebracht, weit weg von Wilderern, und kann hoffentlich ein normales Leben in Freiheit mit anderen Artgenossen führen.

Vielen Dank an unsere Unterstützer, die diese Patenschaft möglich machen und damit einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.


Neues Projekt seit Juli 2022:

Die Künstlergruppe Bali Five gibt 30% des Erlöses pro Kunstwerk-Verkauf für den Schutz des Regenwaldes in Kalimantan, den indonesischen Teil Borneos.

Das Long Sam Project wurde 2021 von Helmut Huber (fans for nature e.V.), Linus Kristianto (CAN Borneo) und Hans-Joachim Schmid (Hutan Masa Depan) gegründet.

Die Vision ist, Wirtschafts-, Tier- und Umweltschutz in Einklang mit der lokalen Bevölkerung zu bringen.


Der Regenwald verhindert im Wesentlichen die Freisetzung von CO2. Je nach Dichte zwischen 170 und 250 Tonnen pro Hektar. Im Durchschnitt werden 200 Tonnen erwartet. Fans for nature e.V. ist derzeit für 62.000 Hektar verantwortlich und bindet damit 12,4 Millionen Tonnen CO2. Diese Zahlen könnten verdoppelt werden, wenn zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung stünden.

Um in Indonesien rechtlich vertreten zu sein, wurde der indonesisch eingetragene Verein Hutan Masa Depan gegründet. Zwei Vertreter von fans for nature e.V. sind Vorstandsmitglieder.
Darüber hinaus gibt es Kooperationen mit anderen NGOs und enge Verbindungen zu lokalen und nationalen Regierungsstellen.

chanceforchange e.V. freut sich, Teil des Long Sam Projekts zu sein. Erst kürzlich hat ein Teil der Familie die Long Sam-Gebiete in Kalimantan besichtigt.

Klimaschutz braucht langfristige, zuverlässige Partnerschaften, wie mit Fans for Nature e.V., Can Borneo, Hutan Masa Depan, Bali Five und zu guter Letzt - Eure Unterstützung.

 

Die Einnahmen der Kunstverkäufe aus der Ausstellung von 3100 € werden für eine Solaranlage im Camp Lesan verwendet. Wir werden Euch über weitere Projekte in Kalimantan auf dem Laufenden halten.


Long Sam ist ein Begriff aus der Dajak Sprache und beschreibt die Gegend in der Fans for Nature e.V. arbeitet. Der Tätigkeitsbereich besteht aus drei Teilbereichen: Rescue Center, Wehea Release Center, Aufforstungsbereich.

Das Release Center liegt am Kelay Fluss und kann nur mit dem Boot von Merasa aus – einem Dajak Dorf – erreicht werden. E
s gibt dort verschiedene große Käfige in denen die Tiere zur Pflege artgerecht leben können. Außerdem arbeitet dort auch ein Tierarzt mit einer kleinen Krankenstation.


Wehea ist mit dem Geländewagen nach einer mehrstündigen Fahrt erreichbar. Dort werden die Tiere wenn sie aus dem Rescue Center kommen ausgewildert. Dies unter Kontrolle und mit Hilfe von Ranger. Im Aufforstungsbereich werden die Setzlinge gehegt und groß gezogen. Im Anschluss dann entsprechend gepflanzt.

Der einzige Weg nach Wehea wurde durch starke Regenfälle zerstört. Dank unserer Unterstützer konnten wir helfen, einen Bagger einzusetzen. Eine große Hilfe für die Einheimischen, die die Straße wieder herrichten, so dass sie wieder passierbar ist.


Dank der Einnahmen aus den Verkäufen der Kunstwerke von Bali-Five konnten wir eine Solaranlage für das Camp Lesan finanzieren.

 

Die Dorfbewohner des Long Sam Gebiets haben oft Stromausfall und manchmal tagelang keinen Strom.

 

Wir hoffen damit im Camp Lesan für eine bessere Stromversorgung im Alltag und im Notfall gesorgt zu haben.



In Long Sam sahen Ernst und seine Familie noch viel sattes Grün, kaum Tiere und leider auch 200 Jahre alte gefällte Bäume, kilometerlange Palmölplantagen und eilige Öltransporter.

 

Der letzte Lebensraum der dort lebenden Wildtiere ist in Gefahr. 

 

Aber eine Lösung ist das Wildlife-Rescue-Center vor Ort, das es erst seit 2021 gibt und dementsprechend noch ausbaufähig ist.



Aufgrund der Abholzungen und Brandrodungen hat sich Lebensraum der Wildtiere in Kalimantan um ca. 30 Prozent reduziert. Einige Arten sind inzwischen vom Aussterben bedroht.

Es gibt zum Glück inzwischen einige Orang-Utan Auffangstationen aber kaum Standorte, die sich um die vom Aussterben bedrohter Tiere wie zum Beispiel Sunda-Schuppentier, Helmhornvogel, Sonnenbär und Gibbons kümmern.
Das Wildlife-Rescue-Center fängt genau diese auf und pflegt sie, bis sie wieder behutsam in einem geschützten Gebiet ausgewildert werden.

Damit diese Tiere auch weiterhin im Wildlife-Rescue-Center einen Zufluchtsort haben und die Tierärztin mit ihrem Team weiter nachhaltig arbeiten brauchen sie finanzielle Unterstützung. Unten ist ein Kurzvideo, das die Arbeit des Wildlife-Rescue-Teams zeigt.


Rechts auf der Foto-Collage seht Ihr die jungen Menschen, die sich dazu entschlossen haben, im Regenwald zu wohnen und zu arbeiten.

 

Junge Indonesier, die für die Arbeit im Wildlife-Rescue-Center geboren wurden. Von oben links nach unten rechts:

Flora ist die Tierärztin im Rescue-Center und verantwortlich für die Gesundheit und das Wohlbefinden der geretteten Tiere.


Yoel ist ein ausgebildeter Wildranger im Rettungszentrum. Er kümmert sich um die Sauberkeit und das Futter für die Tiere.

 

Juria ist die gute Seele im Rettungszentrum. Sie kümmert sich um die Logistik in der Küche und um das Essen für das Team im Rettungszentrum.

 

Dandianus Cau ist ebenfalls ein ausgebildeter Wildranger im Rettungszentrum. Er unterstützt Yoel bei der Reinigung der Käfige, füttert die Tiere und hilft Flora bei den Untersuchungen der Tiere.

 

Ihre Leidenschaft und ihr Engagement für diesen Job sind nicht selbstverständlich - aber es sind die Jobs der Zukunft, die langfristig etwas bewirken können und deshalb unbedingt unterstützenswert sind.

 

Wir hoffen, dass wir in Bali und Kalimantan noch mehr gute Menschen mit einer nachhaltigen Vision, einem starken Willen und Talent finden, um Arbeitsplätze mit Zukunft zu schaffen - die chanceforchange-Formel und unser Leitsatz für die Zukunft.

 


Wir haben bei der Tierärztin Flora nachgefragt, ob sie spezielle Wünsche haben, die chanceforchange in Zukunft erfüllen kann - daraufhin erhielten wir eine lange Wunschliste. Das Rescue-Center gibt es erst seit 2021 und dementsprechend gibt es noch einiges zu optimieren.
Hier ein paar Erklärungen zu ihren dringendsten Wünschen:

Blutuntersuchung zum Beispiel gehören zu den Routinekontrollen, die bei den Tieren durchgeführt werden sollten. Bislang führt die indonesische Organisation CAN die Bluttests im klinischen Labor in Tanjung Redeb durch, was etwa 30 Minuten mit dem Boot und weitere 2 Stunden mit dem Auto zu erreichen ist. Mehrere Male konnten Proben nicht untersucht werden, weil sie während der Fahrt beschädigt wurden. Labor-Material würde die Arbeit sehr erleichtern.
So auch Steel-Boxen, um sicherzustellen, dass die medizinische Ausrüstung und die Medikamente frei von Termiten sind, die im tropischen Klima häufig vorkommen.

Aktuell hat auch ein Helmhornvogel Probleme am rechten Flügel. Röntgenbilder werden benötigt, um eine Diagnose zu stellen, damit die richtige Behandlung durchgeführt werden kann.

Des Weiteren ist leider dringend eine Nachuntersuchung des Gibbons Nino nötig, bei dem Hepatitis B festgestellt wurde. Weitere Untersuchungen sind in einem Spezial-Labor erforderlich, um den Virusstamm zu bestimmen. In der Wunschliste enthalten sind die Kosten für den Test inklusive ein Flugticket, um die Probe vom Gibbon auf die Insel Java zu bringen.


Alles nicht so einfach ... aber gemeinsam können wir die Arbeit des Teams erleichtern und einen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt leisten.
Nachfolgend die Preisliste der Besorgungen.


Quellennachweise:
*  www.mongobay.com/ Rhett A. Butler am 29.06.2020

*² www.mongobay.com/ Basten Gokkou am 19.11.2021

Im Mai 2022 waren wir zur ersten Biopori-Installation in dem Dorf Taro/ Gianyar eingeladen.

Biopori ist ein einfaches und kostengünstiges System (ca. 4 €/Set), mit dem man Überschwemmungen verhindern und organische Abfälle und Lebensmittelabfälle selbst entsorgen kann, um die Menge an organischen Abfällen auf den Mülldeponien zu verringern.

 

Alles, was man braucht, ist ein 1 m langes Rohr mit einem Durchmesser von 10 cm und ein Verschluss mit Löchern.

In das Rohr können Bio- und Lebensmittelabfälle gegeben werden, die sich nach etwa 3 Monate in Kompost verwandeln. Der Kompost kann im Biopori verbleiben oder für den privaten Gebrauch im Garten verwendet werden.
Die Installation ist einfach. Pak Darma (in der Foto-Collage oben) in Gianyar arbeitete früher ausschließlich für den Tourismus auf Bali und begann während der Pandemie aus Spaß mit dem Verkauf von Biopori, jetzt macht er das professionell.

 


Dank unserer Unterstützer können wir das Dorf Taro mit 480 Biopori-Sets unterstützen.

Die Organisation MPH (Merah Putih Hijau) kennt Taro sehr gut von ihren Schulungen über Abfallmanagement in den letzten zwei Jahren und wird die Haushalte regelmäßig besuchen und schulen.
Wir drücken die Daumen, dass die Dorfbewohner Biopori gut annehmen werden. Ihr Interesse und ihr Wille sind bereits vorhanden.